end_is_near

Abgewurstet


Heute ist mir mal wieder etwas sehr Bemerkenswertes passiert. Alleine diese Tatsache finde ich bemerkenswert, da es sich doch immer wieder bewahrheitet, dass man noch lange nicht alles gesehen hat, egal wie alt man ist.

Nun nach getaner Arbeit verrichte ich gerne noch mal mein Geschäft. Einmal abwursten, einen abseilen, den Bob in die Bahn werfen, ein Ei legen, ein Snickers aus dem Rücken drücken, der Keramik zeigen, wer der Boss ist. Ihr versteht, was ich meine. Als ich heute die Festung der Einsamkeit betrat, lachte mich dort eine wohl geformte, von der Konsistenz optisch ansprechende Wurst aus der Schüssel heraus an. Sie schwamm zu etwa 90% unter dem Flüssigkeitsspiegel, welcher gelblich tingiert war und – welch Wunder – es stank noch nicht mal. Kurz beeindruckt und amüsiert, drückte ich den Abspüler und die Wurst war verschwunden. Reinstes Wasser im Klosett, keine Bremsspuren im Topf. Kurz noch den Sitzring inspiziert, für „sauber“ befunden und Platz genommen.

toilet1Zur Entspannung auf der Bedürfnisanstalt habe ich mir ein paar kurzweilige Handy-Spiele auf die Sprachmaschine installiert oder auch gerne mal einen Comic kopiert, falls sich das hektische Wischen über den Laberknochen zu anstrengend herausstellen sollte. Seinen Kommunikationstöter hat man ja ohnehin immer und überall dabei.

Als das große Geschäft nun vollbracht war und die Entspannung ausreichend einzusetzen begann, machte ich mir Gedanken über den rechtzeitigen Absprung. Wenn man den verpasst, dann läuft man Gefahr, dass einem das Bein einschläft. Sehr unangenehm. Und anschließend braucht man ein paar Minuten bis man wieder richtig auftreten kann. Noch unangenehmer ist es nur, wenn beide Beine einschlafen. Auch dort bin ich schon gewesen. Aber heute nicht! Also griff ich, wie ich es von meiner Mama gelernt habe, zur Kackpappe.

In diesem Moment traf es mich wie ein Blitz! „Moooment!“ Die Wurst von eben, die mich quasi aus der Keramik heraus angestarrt hatte… Irgendwas stimmte nicht mit diesem Bild und jetzt wusste ich, was es war: Dort war kein Papier! Kein Toilettenpapier, das die Wurst bedeckte.

Ich begann zu grübeln. Vielleicht war es ja eine so genannte „Glückswurst“. Eine Wurst, die den Darm verlässt, ohne Spuren zu hinterlassen. Allerdings braucht man dafür mindestens ein Blatt. Ein Blatt, das sicherstellt, der Bergmann wurde ohne äußerliche erkennbare Verschmutzungen in den Stollen geschickt. Aber da war kein Blatt gewesen, nicht ein einziges Blatt. Und da auch sonst keine benutzten Rektalservietten in der Kammer des Schreckens herumlagen, gab es für mich nur eine einzige Erklärung dafür…

toilet2Die Person, die vor mir die Toilette benutzt hat, hat überhaupt kein Aftertempo benutzt. Und wenn man jetzt noch bedenkt, dass eine Glückswurst ein durchaus wirklich seltenes Ereignis ist, so muss man davon ausgehen, dass der Mensch, der vor mir die Toilette benutzt hat, jetzt ziemlich beschissen dran ist. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Und das ist ganz schön ekelig…

 

Über Friedrich Nix

Friedrich Nix ist aktives Mitglied der "Ronin of Amarak" in Star Citizen und Elite: Dangerous. Im Internet auch bekannte als DoctorDigital oder seltener TheKinping oder ShadowRAM. Seit den 80ern sitzt Nix am Computern - zuerst "IBM-kompatible" PCs, später dann Commodore Computer und anschließend die moderne Generation der x86 und aktuell natürlich die x64 Generation. Grundsätzlich beschäftigt Friedrich Nix sich gerne mit Computerspielen und neuen Ideen. Doch sein präferiertes Genre sind die Space Sims. Ab und zu streamt er eine Computerspiele Session über Twitch, manchmal mischt er Musik live im Internet als SONO.